Erster Reisetag – Issue 01

17.05.26 — Von Gordon nach Arrawarra

Der erste Reisetag begann in Gordon, Sydney — und eigentlich war alles halbwegs richtig eingeplant. Der Zug war nicht das Problem. Der Weg zum Zug schon eher. Irgendwie dauerte alles länger als gedacht, und so liefen Emma und Lena am Ende wie zwei Packesel Richtung Bahnhof. Lena mit halb angezogenen Schuhen, was die Situation nicht unbedingt schneller, aber auf jeden Fall filmischer gemacht hat.

Am Bahnhof in Gordon wurden die beiden von Lisa abgeholt, womit sie auch offiziell zur ersten Fahrerin des Roadtrips wurde. Dann ging es wirklich los: von Gordon Richtung Newcastle. Der Plan war eigentlich ziemlich klar — Aldi, Großeinkauf, dann weiter zu den Sanddünen bei Stockton, weil die ganz in der Nähe waren.

Zuerst also 144$ bei Aldi. Sehr viel Essen, sehr viel Optimismus und das Gefühl, jetzt wirklich vorbereitet zu sein. Danach Spinach Pie und Iced Latte, weil alle schon am Verhungern waren. Direkt danach begann die erste große Suche des Tages: ein Klo. Nach einigem Herumfragen landeten die drei schließlich bei einem verlassen wirkenden Nagelstudio und durften dort aufs Klo. Ein Ort, der nicht unbedingt Vertrauen ausgestrahlt hat, aber in dem Moment absolut ausreichend war.

Danach wurde zum ersten Mal getankt: 1,69 $/Liter. Der Roadtrip war damit auch finanziell offiziell eröffnet. Die Sanddünen wurden wegen Wetter und Zeit dann doch nicht mehr mitgenommen. Also sind die Mädels wieder losgedüst — zumindest mit dem Gefühl, eine gute Entscheidung getroffen zu haben.

Irgendwo bei einer Raststation wurde versucht, den Wassercontainer aufzufüllen. In der Dusche. Es war nicht elegant, nicht wirklich erfolgreich, aber sehr ambitioniert. Der Versuch zählt.

Dann fuhr Lena das erste Mal. Nicht nur das erste Mal mit dem Auto, sondern auch das erste Mal auf der linken Seite. Dafür war sie erstaunlich gechillt und hat es sehr schnell gelernt. Nach ein paar Minuten war es weniger „Hilfe, Linksverkehr“ und mehr „okay, geht eigentlich“.

Ein kurzer Blick auf die Anzeige vorne im Auto hat dann allerdings Großes bewirkt. Der ganze Benzinverbrauch war nicht einfach nur Pech. Sie waren die ganze Zeit im dritten Gang gefahren. Nicht im normalen Drive-Modus, sondern wirklich im dritten Gang. Vier Stunden lang. Plötzlich ergab alles Sinn: der schnelle Tankverbrauch, das komische Fahrgefühl, die leise Frage, warum das Auto so wirkt, als würde es innerlich leiden. Ein Moment, bei dem man gleichzeitig lachen und kurz still werden muss.

Das zweite Mal wurde in Port Macquarie getankt. Dort mussten sie zweimal zahlen, weil niemand genau wusste, wie viel eigentlich in den Tank passt. Später war klar: 70 Liter. Also sehr viel mehr, als in dem Moment sinnvoll geschätzt wurde.

Danach fuhr Lena weiter bis zur Endstation des Tages: eine Rest Area in Arrawarra, eine Stunde vor dem eigentlich angepeilten Ort Yamba, direkt an der Autobahn. Der Platz war praktisch, aber nicht gerade leise. Die ganze Nacht: Autos, LKWs, Motorengeräusche. Naturverbunden, aber mit Verkehrsanbindung.

Zum Abendessen gab es vorgekochtes Curry von Emma, das noch ein bisschen verfeinert wurde. Nach dem langen Tag schmeckte es genau richtig. Alles war chaotisch, laut, improvisiert — und trotzdem schön.

Fazit der Mädels

Der erste Tag bestand aus zu viel Gepäck, halb angezogenen Schuhen, Aldi, Spinach Pie, Iced Latte, einem Klo im verlassenen Nagelstudio, einem Wassercontainer in einer Dusche, vier Stunden im dritten Gang, zweimal tanken und einer lauten Rest Area direkt an der Autobahn.

Also eigentlich ein ziemlich solider Anfang.