Regen, Kaffee und Gratisessen – Issue 02

18.05.26 — Von Arrawarra nach Byron Bay

Die erste Nacht im Auto war vor allem eines: laut. Die Rest Area in Arrawarra lag direkt an der Autobahn, was zwar praktisch war, aber die ganze Nacht eher nach LKW-Soundkulisse als nach romantischem Roadtrip geklungen hat.

Am Morgen gab es Frühstücks-Wraps und Kaffee — zum ersten Mal mit der Fake-Bialetti. Sparen muss schließlich sein. Für Lena war der Kaffee trotzdem sensationell, was wahrscheinlich auch daran lag, dass Kaffee nach einer Nacht neben der Autobahn grundsätzlich wie ein kleines Wunder wirkt.

Danach ging es weiter Richtung Yamba. Dort gab Emma bei der Post ein Paket ab — für stolze 100 Dollar. Aber Platz sparen muss man eben ernst nehmen. Sehr ernst.

Anschließend wurde auf einem Parkplatz beim Strand gechillt. Allerdings nicht bei schönem Strandwetter, sondern bei komplettem Unwetter. Die Mädels saßen also im Auto und beobachteten einen Mann beim Angeln, der im Ganzkörper-Neoprenanzug mit Hut im schüttenden Regen stand. Irgendwie beeindruckend. Irgendwie auch genau Australien.

Danach ging es zu Coles. Und weil Roadtrip-Luxus manchmal sehr klein anfängt, gab es noch eine Haarwasch-Einheit am Klo — sogar mit Dyson-Handtrockner. Kurz hat sich alles fast professionell angefühlt.

Eigentlich war danach noch Killen Falls vor Byron Bay geplant, aber wegen einer gesperrten Straße wurde daraus nichts. Also direkt weiter nach Byron Bay. Parkplatz suchen, aussteigen, in die Stadt spazieren — natürlich weiterhin bei komplettem Unwetter.

Auf dem Rückweg zum Auto passierte dann etwas, das erstmal zu gut klang, um wahr zu sein. Die Mädels wurden von einem „Chef“ angesprochen. Und nicht irgendein Chef, sondern wirklich der Chef eines Restaurants. Er fragte, ob sie am Abend gratis essen wollen.

Am Anfang waren alle eher skeptisch, weil gratis Essen einfach nach einer Situation klingt, bei der man erst drei Mal nachfragen sollte. Aber am Ende ließen sie sich überreden — und saßen um 17:30 wirklich dort am Tisch. Und dann wurde einfach alles vollgestellt mit Essen. Sogar Nachtisch gab es. Das Highlight: Sticky Date Rice Pudding. Komplett unerwartet, komplett gut.

Als wäre das noch nicht genug Zufall für einen Tag, traf Lena danach auch noch eine alte Freundin im Restaurant nebenan. Byron Bay hat also trotz Regen kurz beschlossen, ein bisschen magisch zu sein.

Nach dem Essen machten sich die Mädels auf den Weg zur nächsten Rest Area zum Gratiscampen. Emma fuhr im kompletten Regen dorthin — also wirklich starkem Regen. Die Sicht war kaum vorhanden, und es waren wahrscheinlich die längsten 15 Minuten des bisherigen Roadtrips. Aber auch das wurde gemeistert.

Die neue Rest Area war wieder laut, wieder mit Autogeräuschen, wieder nicht besonders idyllisch. Aber dafür gratis.

Und manchmal reicht das.