First Outback Feeling – Issue 12

02.–05.06.26 — Von Cairns nach Mount Isa

Vor der Abfahrt ging es noch in die Cairns Public Library, um einmal produktiv zu sein. Offline Maps, Campingplätze und Filme wurden mit dem Free WiFi heruntergeladen — alles, was man eben braucht, bevor es wirklich Richtung Nirgendwo geht. Vor der wichtigen Abfahrt wurde sich noch ein Coffee to go gegönnt, dann ging es los Richtung Townsville.

Die Fahrt dauerte ungefähr vier Stunden und wurde zuerst von einem True-Crime-Podcast begleitet. Der war dann aber doch ein bisschen zu intensiv, weshalb die Mädels irgendwann beschlossen, lieber ohne Ted Bundy und Charles Manson Richtung Outback zu fahren.

Dann kam der letzte Aldi-Stopp. Großeinkauf-Eskalation, aber immerhin billiger als der erste Großeinkauf. Danach ging es direkt zur Rest Area — und plötzlich war es da: das erste richtige Outback Feeling. Zauberhafter Sonnenuntergang, Mondaufgang, Vollmond und dann ein eher erschreckender Blick aufs Klo: riesige giftgrüne Frösche. Für eine erste Outback-Toilet-Experience auf jeden Fall stark.

Am Abend wurde noch Avengers angefangen.

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Charters Towers. Dort stand der erste richtige Outback-Apotheken-Stopp an: Snake Bite Bandages und alles, was sich nach „bitte nie brauchen, aber gut haben“ anfühlt.

Danach fuhren die Mädels weiter zum Porcupine Gorge National Park Lookout. Die Landschaft wurde immer trockener, weiter und beeindruckender. Mehr rote Erde, mehr Hitze, mehr dieses Gefühl: okay, jetzt verändert sich Australien nochmal komplett.

Eigentlich waren alle auf einen längeren Walk vorbereitet, aber der Walk dauerte dann doch nur zwei Minuten. Auch gut. Fotos wurden gemacht, die Aussicht wurde gewürdigt, und dann ging es direkt weiter zur nächsten Rest Area für die Nacht.

Dort wurde den Mädels von Schweizern eine Wassermelone geschenkt — sehr random, sehr nett. Weniger nett war der Heuschrecken-Unfall: Eine riesige Heuschrecke sprang ins Auto. Emma schaffte es zum Glück, sie wieder zu beseitigen. Eine Rest Area ohne Tier-Schock wäre inzwischen anscheinend schon fast ungewöhnlich.

Am Abend wurde Avengers fertiggeschaut.

Danach brachen die Mädels weiter Richtung Mount Isa auf. Zwei Fahrtage lagen vor ihnen, mit einem Stopp bei der Fountain Springs Rest Area, bevor es in die Stadt ging. Und dort kam dann die kälteste Nacht bis jetzt. Wirklich kalt. So kalt, dass ziemlich schnell klar war: Das muss besser werden.

In Mount Isa angekommen wurde zuerst Lake Moondarra ausgecheckt. Die Aussicht, das Wasser und die wunderschönen Pfaue waren nach den langen Fahrten eine ziemlich gute Abwechslung. Danach gab es noch ein bisschen kulturelles Wissen über eine der größten Minen der Welt, in der Kupfer, Silber, Zink und Blei abgebaut werden. Mount Isa war damit direkt mehr als nur ein Zwischenstopp zum Schlafen und Einkaufen.

Ganz wichtig: Die Mädels statteten sich mit Wärmflaschen und langen Klamotten aus. Survival, aber cozy. Danach ging es weiter zum nächsten Schlafplatz, wo erstmal extra heiß und extra lang geduscht wurde. Nach so vielen kalten Nächten und Rastplatzmomenten war das absolut notwendig.

Für die Nacht wurden die Wärmflaschen gleich getestet — super praktisch mit Hot-Water-Dispenser am Campingplatz. Und ziemlich notwendig waren sie auch, weil es in der Nacht auf 3 Grad abkühlte.

Zum ersten Mal seit Langem wurde dadurch wieder richtig gut geschlafen.

Vier Tage zwischen Vorbereitung, ersten Outback-Momenten und Mount-Isa-Kälte: Library-WiFi, Coffee to go, Aldi-Eskalation, Vollmond, Frosch-Klo, Snake-Bite-Bandages, rote Erde, Porcupine Gorge, Wassermelone von Schweizern, Heuschrecke im Auto, Mount Isa, Lake Moondarra, Pfaue, Minenwissen und Wärmflaschen bei 3 Grad.

Das Outback hatte offiziell begonnen.