Southbound – Issue 13

06.–08.06.26 — Von Mount Isa nach Alice Springs

Am Morgen ging es in Mount Isa erstmal direkt zur Tankstelle. Für gute 1,69 Dollar pro Liter wurde vollgetankt. Die Mädels wussten da noch nicht, was ein paar Tage später noch auf sie zukommen würde.

Nebenbei wurde sich auch gleich nach Gas erkundigt, weil das langsam ebenfalls mal aufgefüllt werden musste. Dabei stellte sich heraus: In ganz Mount Isa gibt es für die Woche kein Gas mehr. Sehr beruhigend, wenn man gerade Richtung Outback unterwegs ist. Also wurden bei Coles noch die wichtigsten Essentials gekauft, bevor es wieder losging.

Dann lagen ungefähr fünf Stunden Fahrt bis zum Barkly Homestead Roadhouse vor ihnen. Man kann sich vorstellen, wie erledigt die drei nach dieser langen Strecke waren. Der Pool am Campingplatz war deshalb ein ziemlicher Lebensretter. Nach Stunden im Auto direkt ins Wasser — besser hätte es kaum kommen können.

Nach der Erfrischung wurde geduscht und ausführlich mit Familie und Bekannten telefoniert. Das Roadhouse war überraschend modern, es wurden sogar bekannte Gesichter von anderen Campingplätzen entdeckt, und über allem lag ein wahnsinnig schöner Sternenhimmel. Die Wärmflaschen wurden natürlich auch wieder aufgefüllt — dieses Mal musste das heiße Wasser allerdings einzeln für jede Flasche geholt werden. Kleine Outback-Aufgabe vor dem Schlafengehen.

Am nächsten Morgen hieß es wieder: aufstehen und los. Und dann war es so weit: Northern Territory. Natürlich wurde beim Schild gehalten und natürlich wurden Selfies gemacht. So viel Zeit muss sein.

Beim Threeways Roadhouse wurde vorbeigeschaut, und dann fuhren die Mädels zum ersten Mal richtig Richtung Süden. Ziel: Karlu Karlu, auch bekannt als Devils Marbles.

Und dann standen sie plötzlich dort.

Zwischen riesigen, runden Steinformationen, die fast so aussahen, als hätte jemand sie absichtlich in die Landschaft gesetzt. Alles wirkte ein bisschen außerirdisch — als wären die Mädels kurz auf einem anderen Planeten gelandet. Es wurde durch die Landschaft spaziert, gestaunt, fotografiert und immer wieder stehen geblieben, weil alles einfach zu beeindruckend war, um direkt weiterzugehen.

Zum Sonnenuntergang wurde es dann richtig besonders. Die Farben, die Steine, die Weite — und plötzlich dieser Moment: “We really did it.” Nach all den Kilometern, der Planung, den Rest Areas, den kalten Nächten und den langen Fahrten standen die drei wirklich dort, mitten im Northern Territory. Einer dieser Momente, die man gar nicht groß erklären muss, weil man sie einfach fühlt.

Es war eines der schönsten Naturschauspiele, die sie bis jetzt gesehen hatten.

Am Abend machte Lena noch Fotos vom Sternenhimmel und der Milchstraße. Für eine ältere Dame war die Kamera allerdings ein bisschen zu laut.

Danach wurde noch Avengers 2 fertiggeschaut.

Am nächsten Tag ging es von Karlu Karlu weiter Richtung Alice Springs. Am Weg wurde der bisher teuerste Tankstopp eingelegt: 3,87 Dollar pro Liter. Ein sehr merkwürdiger Ort, ein sehr schmerzhafter Preis und ein kurzer Reality-Check, dass Sprit im Outback nochmal seine ganz eigenen Regeln hat.

In Alice Springs angekommen wollten die Mädels eigentlich in die Public Library, um die nächsten Tage zu planen und Free WiFi zu nutzen. Nur war ausgerechnet an diesem Tag Public Holiday. Also standen sie vor verschlossener Tür. Klassiker.

Nach einem Großeinkauf bei Coles ging es auf Campingplatzsuche. Auch das war schwieriger als gedacht, weil ausgerechnet an diesem Wochenende ein großes Race in Alice Springs stattfand und viele Plätze voll waren. Am Ende wurde ein pet-friendly Campingplatz gefunden, der allerdings ein bisschen weird war. Aber Platz ist Platz.

Lisa und Lena gingen noch im eiskalten Pool schwimmen, danach wurde nur noch gechillt. Nach drei intensiven Fahrtagen war auch nicht mehr viel übrig für große Programmpunkte.

Seit Port Douglas sind die Mädels außerdem auf einer kleinen Nachspeisen-Mission: jeden Tag eine neue Dessert-Creation, mit möglichst eingeschränkten Zutaten. Gestartet wurde mit Grießbrei, und die Ideen wurden von Tag zu Tag spannender. Outback-Patisserie, irgendwie.

Diese drei Tage waren ein richtiger Übergang: raus aus Queensland, rein ins Northern Territory, lange Straßen, Roadhouses, kalte Nächte, Sternenhimmel, Devils Marbles, teurer Sprit, geschlossene Library, weird Campingplatz und das Gefühl, wirklich mitten in Australien angekommen zu sein.

Southbound, endlich.